vom 10. April 2016

“Grüne” werben gezielt mit Falschinformationen

12957287_560770517417840_1335705363_nDer Landesverband der Bündnis 90/Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern wirbt in einem  Facebook-Beitrag am 07. April 2016 vorsätzlich mit Falschinformationen

In dem Beitrag, in dem es um Antibiotika auf dem Teller gehen soll, wird behauptet, dass Antibiotika im Ackerbau eingesetzt werden. Doch damit nicht genug. Um diese Aussage noch zu verschärfen wird weiter behauptet, dass auf dem Feld sogar häufiger Antibiotika zum Einsatz kommen, als in der Humanmedizin.

Als Agrarökonomin und Partnerin eines Pflanzenbauleiters weiß ich, dass diese Aussage SO nicht richtig ist. Selbstverständlich werden auf unseren Feldern Pflanzenschutzmittel mit verschiedensten Wirkungsweisen eingesetzt. Sie schützen die Feldfrüchte gezielt vor Bakterienbefall (man könnte diese als Antibiotika bezeichnen), Pilzinfektionen, Insektenschäden und Konkurrenten (Unkraut). Um als Landwirt Pflanzenschutzmittel einsetzen zu dürfen, bedarf es neben der landwirtschaftlichen Ausbildung einen gesonderten Sachkundenachweis, der alle zwei Jahre erneuert werden muss. Die eingesetzten Pflanzenschutzmittel werden mit Menge und Ausbringungsort genau dokumentiert. Vor dem Einsatz wird auf dem Feld geschaut, wie der Bestand aussieht. Welche Schädlinge sind in welcher Menge da? Hat der aktuelle Befall negative Auswirkungen auf den Ertrag oder nicht?

Bevor nun also die “Spritze” aus der Halle auf das Feld fährt, wird gründlich abgewogen, ob Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden müssen oder nicht. Dies geschieht nicht nur aus Kontroll- oder Naturschutzgründen, sondern auch, weil jeder Einsatz konkrete Kosten für den jeweiligen Betrieb bedeuten. Niemand kann und will es sich in der Regel erlauben Kosten zu erzeugen ohne einen Nutzen (Stabilität des Ernteertrages) zu haben. Die eingesetzten Pflanzenschutzmittel sind zudem vor ihrer Zulassung auf ihre Wirkungsweise und Umweltverträglichkeit überprüft. Die zugelassenen Dosierungen und Rückstände sind so vorgenommen, dass keine Gefahr beim Endprodukt Lebensmittel besteht.

Fakt ist: die moderne Technik des Pflanzenschutzes ermöglicht es uns auf dem Feld bei guten Wetterbedingungen punktgenau zu “behandeln”. Die eingesetzten Insektizide (gegen Schadinsekten), Herbizide (gegen Unkraut) und Fungizide (gegen Pilzbefall) werden durch an- und abstellbare Düsen gezielt auf dem Feld ausgebracht. An Gräben, Randstreifen, Söllen und Gewässern, werden besondere Abstandsregelungen getroffen und eingehalten.

Fakt ist: Ausnahmen bestätigen die Regel, “schwarze Schafe” gibt es überall. Verstöße gegen geltendes Recht und Gefährdung von Mensch und Natur müssen bestraft werden.

Fakt ist: Landwirtinnen und Landwirte brauchen sich mit ihrer Fachkompetenz nicht verstecken. Haben Sie Interesse daran Pflanzenschutz aktiv zu begleiten? Melden Sie sich bei mir oder Ihrem ortsansässigen Landwirt. Sie bekommen sicher die Gelegenheit dazu.

 

Wenn Sie mehr Informationen zur modernen Landwirtschaft wünschen, wenden Sie sich gern an mich oder schauen Sie beispielsweise unter:

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